Freitag, 20. Oktober 2017

25
Juli
2012

Social Media – aber bitte mit Strategie (Teil 6)

Die Social-Media-Strategie steht, Sie sind perfekt vorbereitet, dann fehlt jetzt nur noch das Monitoring.

Demo_twitterSchließlich möchten Sie doch wissen, was über Sie in der Social-Media-Welt geschrieben wird, möchten wissen, ob und wie Sie Ihre gesteckten Ziele erreichen.

Ein Monitoring dient einfach gesagt dem Zweck, Bescheid zu wissen: über Ihre eigenen Social-Media-Aktivitäten, als auch über die Ihrer Wettbewerber. Nach dem Motto: „Time is Reputation“ kann ein ordentliches Monitoring Ihnen im Ernstfall Ihre Reputation retten, weil Sie schnell reagieren können und eine potenzielle Gefahr früh erkennen. Nehmen Sie also das Monitoring ernst. Das Monitoring sollte sich dabei nicht auf die eigenen Social-Media-Kanäle beschränken, sonst verpassen Sie möglicherweise, was über Sie gesagt wird, sowohl die positiven als auch negativen Kommentare.

Für das Monitoring stehen Ihnen diverse Tools zur Verfügung. Je nachdem, welche Plattform Sie bedienen, können unterschiedliche Tools relevant sein. Es gibt inzwischen zahlreiche Monitoring-Tools. An dieser Stelle möchte ich Ihnen einen kurzen Überblick über die Tools geben, welche ich für sinnvoll und relevant halte. Dies wird also keine vollständige Liste, sondern eine rein subjektive, kleine Auswahl. Eine ausführlichere Liste mit Tools finden Sie z.B. hier

Ideal ist natürlich die Nutzung eines einzigen Tools, welches all Ihre Aktivitäten bündelt, auswertet und länderspezifische Einstellungen zulässt.  Solche Tools sind in der Regel kostenpflichtig. Ein solches tolles Tool ist z.B. radian6 oder Heartbeat. Mit monatlichen Kosten von mehreren hundert Euro sind diese Tools für kleine Unternehmen jedoch (zumindest zu Beginn der Social-Media-Aktivitäten) nicht wirtschaftlich nutzbar. Aber es gibt Alternativen, die sich auch für kleine und mittelständische Unternehmen rechnen, auf diese möchte ich mich an dieser Stelle konzentrieren.

Im Social Media Monitoring Tool Report von Goldbach Interactive ist im Preis-Leistungs-Verhältnis Netbreeze mit seinem Social Media Report für ca. 50,- Euro/Monat ganz vorne, alternativ kann das kostenlose Community-Tool genutzt werden. Das Tool eignet sich sehr gut für die Analyse von Themen und Meinungsführern. Sie können damit leicht beobachten, wer was über Sie oder Ihre Wettbewerber sagt, und erhalten auch Reports. Nachteil: Google+ und Pinterest sind nicht in der Analyse enthalten.  Auch ganz vorne im Preis-Leistungs-Verhältnis ist Viralheat.

Da gerade kleine Unternehmen nicht mehrere hundert Euro im Monat für Social-Media-Monitoring ausgeben können, zeige ich Ihnen hier noch kostenlose / sehr günstige Tools.

1. Facebook-Insights und Co.

Für das Monitoring auf Plattformen, auf denen man selbst ein Profil unterhält, gibt es in der Regel eigene Analyse-Dienste, wie z.B. auf Facebook: Facebook-Insights. Diese eignen sich gut, für die jeweilige Plattform und geben Aufschlüsse über die Aktivitäten auf der jeweiligen Plattform. Twitter zum Beispiel hat auch einen eigenen Analyse-Dienst, dieser ist bisher aber nur für wenige Accounts verfügbar. Hier müssen Sie also zunächst auf Alternativen zurückgreifen.

2. Twentyfeet

Tool, das Basis-Auswertung über verschiedene Social-Media-Dienste liefert. Geeignet, um einen Überblick zum Beispiel über die Follower-Entwicklung auf Twitter zu behalten.

3. Bitly 

 Bitly ist ein URL-Kürzungsdienst. Twitter z.B. kürzt seine Links inzwischen auch selbst, aber bitly (oder ein anderer Kürzungsdienst) erlaubt das Monitoring, wie oft und wann auf Ihre Links geklickt wurde.

4. Who unfollowed me?

Um zu sehen, wer einem auf Twitter entfolgt, ist dieses Tool nützlich. Dies kann hilfreich sein, um zu bestimmen, nach welchen Tweets entfolgt wird, um eventuell Rückschlüsse auf die Relevanz der Inhalte zu ziehen und ggf. Änderungen vorzunehmen.

5. Klout

Misst den Einfluss im Social Web. Die Aussagekraft des Klout-Scores ist durchaus umstritten, aber ab und zu mal zu schauen, wie sich der eigene Einfluss entwickelt und wen man beeinflusst, kann interessant sein.

6. Google Alerts

Richten Sie sich Google Alerts mit relevanten Suchbegriffen ein, wie Ihrem Unternehmensnamen. Bezieht sich zwar nicht speziell auf Social-Media-Kanäle, ist aber hilfreich, um einen groben Überblick zu bekommen, was im Web über Sie geschrieben wird.

7. Google Analytics und Co.

Wenn Sie einen Blog betreiben, richten Sie sich Google Analytics oder ein anderes Analyse-Tool ein. Wichtig ist, dass Sie wissen, wie viele Besucher auf Ihrem Blog sind, woher sie kommen, welche Inhalte sie ansehen und so weiter. Nutzen Sie die Erkenntnisse, um Ihre Inhalte anzupassen: Wenn z.B. ein bestimmter Blogbeitrag besonders oft gelesen wird, ist dieses Thema für Ihre bisherigen Leser besonders relevant und kann in einem weiteren Artikel fortgeführt werden.

Fazit Social-Media-Monitoring

Wer eine professionelle Überwachung seiner Social-Media-Aktivitäten anstrebt, wird um den Einsatz von kostenpflichtiger Software nicht herumkommen. Kostenlose oder günstige Dienste können in kleinen Unternehmen als Basis verwendet werden. Kostenlose Dienste bergen aber auch die Gefahr, von heute auf morgen nicht mehr verfügbar zu sein. Hier z.B. habe ich eine Liste mit kostenlosen Twitter-Tools gefunden. Einige von den hier aufgeführten Diensten sind aber in der Zwischenzeit nicht mehr verfügbar.

Sie können jedoch durchaus kostenlose / günstige Monitoring-Tools verwenden. Der Nachteil ist natürlich, dass Ihnen ein einziges Tool nicht ausreicht, um den vollen Überblick zu bekommen. Als kleines Unternehmen haben Sie aber in der Regel auch nicht den gleichen Verwaltungsbedarf wie in großen Unternehmen. Es ist also durchaus mit wenig Zeit machbar, den Überblick über Ihre Social-Media-Aktivitäten zu behalten. Wenn Sie merken, dass Ihnen wichtige Dinge entgehen, oder Sie aufgrund der Anzahl der zu verwaltenden Informationen mit mehreren Tools nicht mehr effizient arbeiten können, können Sie immer noch über eine kostenpflichtige Lösung nachdenken. Im Idealfall hat sich zu diesem Zeitpunkt Ihr Social-Media-Engagement bereits bezahlt gemacht, sodass die Zusatzkosten kein Problem mehr darstellen.

Fazit Artikelserie Social-Media-Strategie

Mit den sechs Teilen dieser Serie habe ich Ihnen gezeigt, wie Sie für Ihr kleines und mittelständisches Unternehmen eine Social-Media-Strategie entwickeln können. Bitte sehen Sie die hier vorgestellte Vorgehensweise nicht  als statischen Prozess, der nach einem starren Konzept ablaufen muss. Vielmehr bedingen sich viele Punkte gegenseitig und haben aufeinander Einfluss. Die hier vorgestellte Reihenfolge hat ihre Berechtigung, aber es ist ein Zusammenspiel und es muss natürlich alles zusammenpassen. Ein Beispiel: Auf der einen Seite ist es wichtig, sich vor der Inhaltsstrategie Gedanken zu machen, wer zuständig sein soll, weil dadurch die Inhaltsstrategie den Fähigkeiten des Mitarbeiters angepasst werden kann. Auf der anderen Seite ergibt sich aber auch aus der Inhaltsstrategie, welcher Personenkreis zumindest für das erweiterte Social-Media-Team in Frage kommt. Wie gesagt, viele Punkte bedingen sich gegenseitig. Also bitte werfen Sie nach jedem Schritt einen kurzen Blick auf die vorangegangenen und prüfen, ob alles noch zusammenpasst, oder ob kleinere Anpassungen notwendig sind, nur so können Sie ein rundes Social-Media-Konzept schaffen.

Wenn Sie all diese Punkte berücksichtigen, sind Sie auf dem richtigen Weg zu Ihrer Social-Media-Strategie. Das klingt für ein kleines oder mittelständisches Unternehmen natürlich erst mal nach viel Arbeit. Und ja, es ist Arbeit, eine Strategie zu entwickeln, aber ich verspreche Ihnen, es wird sich lohnen. Sehen Sie das Ganze als einen Prozess an, und nicht alle Punkte bedürfen einer intensiven Recherche: Viele Fragen lassen sich einfach und schnell beantworten. Haben Sie die nötige Social-Media-Kompetenz nicht im Haus, suchen Sie sich Unterstützung, um Ihr Social-Media-Know-how aufzubauen. Social Media muss aber in Ihrem Unternehmen verankert werden, nur so kann eine glaubwürdige und persönliche Unternehmenskommunikation stattfinden. Eine Agentur kann Sie bei Ihrer Social-Media-Strategie unterstützen und beim Schulen Ihrer Mitarbeiter, sollte aber nicht die gesamte Social-Media-Kommunikation übernehmen.

Geschrieben von Beate Peter Kategorie Social Media, Marketing

Über den Autor

Beate Peter

Beate Peter

Nach dem Studium der Unternehmenskommunikation an der Hochschule der Medien Stuttgart arbeitete Beate Peter seit Anfang 2011 bis zum Oktober 2012 als Beraterin und Projektmanagerin bei modus_vm. Im Fokus ihrer Arbeit stand stets die ganzheitliche Kommunikation. Sie entwickelte kreative Marketingkonzepte mit maximaler Wirkung für unsere Kunden. Die Qualität Ihrer Blogbeiträge schätzen wir sehr, deshalb führen wie Sie hier als Gastautor weiter.

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