Freitag, 20. Oktober 2017

27
Juni
2012

Social Media – aber bitte mit Strategie (Teil 3)

Eine Social-Media-Strategie für ein Unternehmen zu entwickeln bedarf einer Vielzahl an Überlegungen.

Demo_facebook

Mit dem dritten Teil dieser Serie werfen wir heute einen Blick auf die Zuständigkeiten und Inhalte, die über Social Media bereitgestellt werden sollen.

5. Zuständigkeiten definieren

Da Ihr Unternehmen bereits weiß, welche Plattformen in der Social-Media-Strategie berücksichtigt werden, gilt es nun zu definieren, wer für das Thema Social Media zuständig sein wird. Bei der Plattformwahl sollte ein Unternehmen zumindest schon auf den Kapazitätsaspekt achten und sich nicht zu viel aufladen.

In diesem Schritt geht es nun darum, genaue Zuständigkeiten zu definieren. Messen Sie diesem Punkt in jedem Fall genügend Aufmerksamkeit bei, und bestimmen Sie nicht einfach mal schnell jemanden, der dies mitübernehmen kann. Denn die Fähigkeit / Bereitschaft / Engagement der Mitarbeiter wird einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, ob Ihre Social-Media-Aktivitäten erfolgreich verlaufen oder nicht. Je nach Größe des Unternehmens bestimmen Sie einen oder mehrere Verantwortliche. Bei der Wahl der Verantwortlichen können Sie anhand folgender Fragen vorgehen:

  • Gibt es bereits Personen im Unternehmen, die mit dem Thema Social Media vertraut sind oder Interesse an diesem Thema haben?
    Sie werden nicht in jedem Unternehmen jemanden finden, der sich bereits mit Social Media im beruflichen Kontext intensiv auseinandergesetzt hat. Wichtig ist aber ein grundsätzliches Interesse an diesem Thema, z.B. durch intensive private Nutzung. Bitte beachten Sie aber, dass eine private Nutzung zwar dafür sorgt, dass sich diese Person mit der grundsätzlichen Funktionsweise des jeweiligen Netzwerks auskennt, aber eine Nutzung im beruflichen Kontext nach anderen Kriterien ablaufen muss. Deshalb sind in einem solchen Fall unbedingt Schulungen notwendig.
  • Inwiefern muss die Geschäftsleitung eingebunden werden?
    Gerade in kleinen Unternehmen steht die Persönlichkeit des Unternehmers im Vordergrund der Geschäftstätigkeiten (siehe auch meinen Artikel zu diesem Thema: Apple und die Vermarktungsstrategie Steve Jobs). Welche Rolle nimmt die Geschäftsleitung in der Kommunikation in Ihrem Unternehmen ein? Ist z.B. der Inhaber / Geschäftsführer das zentrale Element in Ihrer Unternehmensdarstellung, kann nur glaubwürdig über Social Media kommuniziert werden, wenn diese Personen einbezogen werden und im Social Web aktiv auftreten.
  • Welche Personen können als Informationsquellen herangezogen werden?
    Überlegen Sie nicht nur, wer sozusagen das ausführende Organ Ihrer Social-Media-Strategie wird, sondern auch wer zum erweiterten Social-Media-Team zählen soll. Erreicht ein Unternehmen eine gewisse Größe, weiß ein einzelner Mitarbeiter kaum über alle aktuellen Geschehnisse im Unternehmen Bescheid. Das erweiterte Social-Media-Team muss nicht unbedingt selbst Posts und Co. verfassen, versorgt das Social-Media-Team aber mit aktuellen Informationen aus dem Unternehmensalltag.
    Dies kann z.B. notwendig sein, wenn Sie jemanden aus dem Marketing für diese Aufgabe bestimmen. Diese Person hat dann keinen direkten Einblick z.B. in die Produktion. Normalerweise finden in einem Unternehmen ja schon Informationsflüsse statt, z.B. über wöchentliche Meetings. Aber die bisherige Informationsgeschwindigkeit kann u.U. für Social Media zu gering sein. Stellen Sie also sicher, wer wie Informationen für die Social-Media-Aktivitäten liefern kann.

 

6. Die Content-Strategie

Nun kommen wir zu dem Herzstück einer jeden Social-Media-Strategie: dem Inhalt. Welche Inhalte Sie anbieten können, ist von den vorhergehenden Punkten abhängig. Machen Sie sich noch einmal bewusst, welche Zielgruppe Sie ansprechen, welche Inhalte Ihre Wettbewerber anbieten und natürlich welche Plattformen Sie gewählt haben. Haben Sie sich für mehrere Plattformen entschieden, beachten Sie bitte, eine eigene Inhaltsstrategie für jede Plattform zu entwickeln: So sind z.B. auf Facebook eher kurze Texte angebracht, während auf Google+ in der Regel längere Inhalte, die zur Diskussion anregen, besser funktionieren. Jede Plattform hat ihre Eigenheiten und diese sollten Sie berücksichtigen. Können Sie es sich aus Kapazitätsgründen nicht leisten, für jede Plattform eine eigene Inhaltsstrategie bereitzustellen bzw. zu administrieren, fokussieren Sie sich lieber auf die aussichtsreichste Plattform.

Was die genauen Inhalte für Ihre Social-Media-Strategie angeht, sind die Möglichkeiten vielfältig und sehr individuell. Deshalb habe ich an dieser Stelle ein paar allgemeine Tipps für Ihre Inhaltsstrategie gesammelt.

Bieten Sie Ihrer Zielgruppe einen Mehrwert

Schaffen Sie über Social Media etwas, das Sie bisher in dieser Form nicht bieten. Vermeiden Sie eine Wiederholung der Inhalte der Website oder eine reine Produktpräsentation. Überlegen Sie, was Ihre Zielgruppe als Mehrwert empfindet. Wir z.B. haben uns für einen Unternehmensblog entschieden und bieten über kostenlose Informationen und Tipps rund um die Themen Markting, Vertrieb und Kommunikation unseren potenziellen Kunden einen Mehrwert. Sie können aber auch Twitter und Co. als Servicekanal nutzen oder über Social Media besondere Vergünstigungen anbieten. Es gibt viele Möglichkeiten, einen Mehrwert über Inhalte zu bieten, nutzen Sie dies.

Zeigen Sie Persönlichkeit

Wer erfolgreich im Social Web sein möchte, sollte seine Persönlichkeit zeigen. Werfen Sie einen Blick auf Ihre erfolgreichen Wettbewerber oder andere erfolgreiche Beispiele im Social Web: Die meisten zeigen Persönlichkeit. Menschen möchten einfach lieber mit Menschen kommunizieren als mit anonymen Unternehmen, und das besonders im Social Web. Ihre Unternehmenspersönlichkeit können Sie auf unterschiedliche Weise zeigen: Stellen Sie z.B. die Personen vor, die im Social Web kommunizieren. Wir machen das z.B. auf Twitter, indem wir durch unsere Kürzel zeigen, wer von modus_vm denn da gerade twittert. Gerade bei kleinen und mittelständischen Unternehmen bietet es sich an, auch mal die eigene Meinung zu einem bestimmten Thema zu äußern oder auch etwas Privates zu erzählen. Hier gilt es, die Balance zu finden zwischen professioneller Darstellung im Social Web und persönlichen Äußerungen. Es ist also durchaus möglich und teilweise auch sinnvoll, dass die Inhalte eine persönliche Note des jeweiligen Mitarbeiters haben, was sich wiederum auf die Art der Inhalte auswirkt.

Ein inzwischen bekanntes Beispiel eines kleinen Unternehmens, welches Social Media mit Persönlichkeit kombiniert, ist malerdeck. Dies ist ein Malerbetrieb mit Franchise-System, bei dem der Inhaber unter anderem Twitter intensiv nutzt. Hier kann der Nutzer ein bisschen hinter die Kulissen blicken, durchaus mal emotionale Tweets lesen und auch Urlaubsfotos betrachten. Wie viel Sie von Ihrem Unternehmen und sich preisgeben möchten, sollten Sie an dieser Stelle klären und auch, wie viel „Persönlichkeit“ zu Ihrem Unternehmen passt.

Wenn Sie nicht die einzelnen Personen im Unternehmen so sehr in den Vordergrund stellen möchten, können Sie auch kleine Interna preisgeben, wie z.B. Bilder von einem Mitarbeiterausflug oder eben einen Blick hinter die Kulissen gewähren, so wie z.B. malerdeck es macht, indem Beispiele aus dem Unternehmensalltag gezeigt werden.

Content ist nicht nur Text

Zu einer Inhaltsstrategie zählt nicht nur die Art der Inhalte, die Sie bereitstellen möchten, sondern auch das Wie. Immer nur Text zu posten, ist in vielen Fällen nicht der richtige Weg, um die Zielgruppe zu erreichen. Facebook z.B. ist in der letzten Zeit sehr viel visueller geworden: So ergänzen viele Unternehmen ihre Posts um eine Bild- oder Videokomponente oder verwenden Bilder als Hauptelement ihrer Posts. Wie Studien zeigen, erzielen Posts auf Facebook mit Bildern öfter ein „Gefällt mir“ und werden öfter geteilt. Machen Sie sich Gedanken, wie und ob Sie Ihre Inhalte bebildern können.

Mit dem Herzstück Ihrer Social-Media-Strategie sind Sie schon sehr weit gekommen. In meinem nächsten Artikel zeige ich Ihnen noch, wie Sie Ihre Social-Media-Aktivitäten vermarkten können.


Geschrieben von Beate Peter Kategorie Social Media, Marketing

Über den Autor

Beate Peter

Beate Peter

Nach dem Studium der Unternehmenskommunikation an der Hochschule der Medien Stuttgart arbeitete Beate Peter seit Anfang 2011 bis zum Oktober 2012 als Beraterin und Projektmanagerin bei modus_vm. Im Fokus ihrer Arbeit stand stets die ganzheitliche Kommunikation. Sie entwickelte kreative Marketingkonzepte mit maximaler Wirkung für unsere Kunden. Die Qualität Ihrer Blogbeiträge schätzen wir sehr, deshalb führen wie Sie hier als Gastautor weiter.

Bitte Kommentar schreiben

Sie kommentieren als Gast.

National CPR Association