Aug30

Warum Unternehmen Corporate Social Responsibility (CSR) einsetzen

In meinem letzten Artikel zum Thema CSR habe ich über CSR-Kommunikation geschrieben.

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Heute möchte ich einen Schritt zurückgehen und fragen, welche Gründe es für Unternehmen gibt, CSR einzusetzen, und was die Motivation für ein Engagement ausmacht, denn dies spielt bei der Kommunikation eine entscheidende Rolle.

Zunächst noch eine kurze CSR-Definition. In der Literatur gibt es zahlreiche Definitionen für CSR: Häufig wird dieses Konzept mit dem Dreiklang aus Ökonomie, Ökologie und Sozialem beschrieben. Ein wichtiger Aspekt dabei ist die Freiwilligkeit, d.h. dass Unternehmen freiwillig ökologische und / oder soziale Verantwortung übernehmen. Engagement z.B. für die eigenen Mitarbeiter, das vom Gesetzgeber verlangt wird, ist demnach noch kein CSR.

Warum CSR?

Bevor ein Unternehmen darüber nachdenkt, CSR einzuführen, sollte es sich fragen, warum es CSR einführen möchte und welche Ziele es damit verbindet. Auch bei bereits bestehendem Engagement kann es sinnvoll sein, sich diese Frage zu stellen und das eigene Engagement zu überprüfen. Die Antwort auf diese Frage hilft bei der Ausrichtung und Einordnung des eigenen Engagements, z.B. um festzulegen, welche Maßnahmen verwirklicht werden, und auch, wie und was kommuniziert werden soll.

1. Persönliche Motivation

In kleinen und mittelständischen Unternehmen spielt häufig die persönliche Motivation und somit das Bedürfnis des Unternehmensgründers / Managers, sich für andere oder die Umwelt einzusetzen, eine wichtige Rolle. Ist dies der zentrale Grund für das Engagement, wird in einem solchen Fall, CSR häufig nicht zur Kommunikation genutzt, noch wird CSR gezielt eingesetzt.

2. Externe Motivation

Corporate Social Responsibility ist ein Thema, welches in den letzten Jahren sozusagen zum "must have" für Unternehmen geworden ist. Besonders größere Unternehmen, die unter öffentlicher Beobachtung stehen, können sich dem Thema nicht verwehren: Die Öffentlichkeit und damit die Kunden oder allgemein die Stakeholder verlangen ein gewisses Engagement des Unternehmens. Ein Druck von außen, sei es durch die Kunden oder der Wettbewerbsdruck durch die Wettbewerber, ist also ein wichtiger Grund für viele Unternehmen, CSR einzuführen.

3. ökonomische Interessen

Hinter CSR steht in Unternehmen auch häufig der Gedanke der ökonomischen Vorteile, die sich ein Unternehmen von einem Engagement verspricht, indem es sich z.B. von den Wettbewerbern differenziert, damit Neukunden gewinnt und Kunden langfristig an das eigene Unternehmen bindet.

4. Kosten reduzieren

Eine neue Produktionsanlage spart Strom und Wasser und damit Geld. Et voilà, ein weiterer Grund, sich z.B. für die Umwelt zu engagieren. Auch das Vermeiden von Ausdrucken ist ein klassisches Beispiel, wie Umweltschutz und Kostenersparnis Hand in Hand gehen.

5. Mitarbeitermotivation

Die Mitarbeiter zu motivieren und sich als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren, kann ein weiterer Grund sein. Gerade in kleinen Unternehmen ist die Mitarbeitermotivation ein wichtiger Faktor für das eigene CSR-Engagement.

Jedes Unternehmen, welches CSR einführen möchte oder aber schon betreibt, sollte sich fragen, welches denn die Gründe für das Engagement sind, und damit verbunden die Frage beantworten, was möchte ich als Unternehmen mit CSR erreichen. Sind es lediglich ökonomische Interessen, die ein Unternehmen mit CSR verbindet, raten viele CSR-Experten davon ab, CSR aktiv zu betreiben und zu kommunizieren. CSR wird heute in der Öffentlichkeit eher kritisch gesehen, d.h. es wird schnell Greenwashing vermutet. Seien Sie sich dessen bewusst, wenn Sie sich dazu entscheiden, CSR in Ihrem Unternehmen einzusetzen. Stehen also lediglich ökonomische Interessen dahinter, muss ein Unternehmen damit rechnen, sich mit Greenwashing-Vorwürfen auseinanderzusetzen (siehe auch mein Artikel zum Thema Corporate Social Responsibility (CSR) leise kommunizieren). Glaubt ein Unternehmen, respektive seine Führung, an die Richtigkeit des sozialen und / oder ökologischen Engagements, wird es außerdem einfacher, CSR in einem Unternehmen zu leben und durchzusetzen. Gleichzeitig muss ein Unternehmen immer an dessen Wirtschaftlichkeit denken. Deswegen handelt es sich ja auch um einen Dreiklang aus Ökonomie, Ökologie und Sozialem, und deshalb ist es entscheidend, auch ökonomische Ziele mit CSR zu verfolgen. Handelt es sich um ein rein persönliches Bedürfnis der Geschäftsführung, ist dies genau genommen kein CSR.

Fazit

CSR bietet für kleine und mittelständische Unternehmen tolle Chancen, gerade was die Differenzierung von den Wettbewerben angeht. Aber fragen Sie sich vorher, was hinter dem Gedanken, CSR einzuführen, steckt. Nur dann können Sie CSR in Ihrem Unternehmen erlebbar machen und haben auch die Chance, die Vorteile aktiv zu nutzen. Verzichten Sie aber auf die aktive Kommunikation, sofern es dabei nur um die Vorteile geht, die Sie aus Ihrem Engagement ziehen können. Dies wird sich früher oder später in Form von negativer Berichterstattung rächen.

Geschrieben von Beate Peter, Kategorie Unternehmensführung, Kundenbindung, Kundengewinnung, Social Media, Marketing

Über den Autor

Beate Peter

Beate Peter

Nach dem Studium der Unternehmenskommunikation an der Hochschule der Medien Stuttgart arbeitete Beate Peter seit Anfang 2011 bis zum Oktober 2012 als Beraterin und Projektmanagerin bei modus_vm. Im Fokus ihrer Arbeit stand stets die ganzheitliche Kommunikation. Sie entwickelte kreative Marketingkonzepte mit maximaler Wirkung für unsere Kunden. Die Qualität Ihrer Blogbeiträge schätzen wir sehr, deshalb führen wie Sie hier als Gastautor weiter.

Kommentare (1)

  • Sebastian Schmidt

    23 November 2012 um 11:44 |
    Dass das Bweusstsein für CSR steigt ist durchaus richtig und wichtig. An den gesellschaftlichen Entwicklungen in den verschiedensten europäischen Ländern sieht man auch ganz deutlich, dass wieder mehr gesellschaftlicher Einsatz von Unternehmern und Unternehmen dringend nötig ist.
    Sehr gut natürlich, dass man versucht für CSR-Berater Qualitätsprüfungen zu machen. Wir alle wissen aber, dass die beste Beratung in erster Instanz nur wenig Sinn macht, wenn die Beratungsinhalte im weiteren Verlauf nur ungenügend umgesetzt werden.
    Wie wichtig dies und die dazugehörige “Nachsorge” ist sehen wir beispielsweise an Unternehmern die sich bei uns zur Errichtung ihrer eigenen unternehmensnahen, gemeinnützigen Stiftung beraten lassen. -Ein starkes und schlankes Instrument für genau solche Vorhaben, welches dennoch dem Unternehmer zusätzliche Vorteile bietet-. Das ist wichtig um auch die Nachhaltigkeit zu gewährleisten.
    Die im obigen Artikel genannten Vorteile für das Unternehmen sind ebenfalls essentiell. Gesellschaftliche, positive Veränderungen bewirken ist wichtger denn je, jedoch sollten ALLE Beteiligten Vorteile darin sehen und haben. Breite Zufriedenheit auf allen Seiten ist nun einmal eine Kernvoraussetzung der Nachhaltigkeit.
    Eine unternehmensnahe, eigene und neue gemeinnützige Stiftung kann dem Unternehmer hierbei ein breites Spektrum an unkomplizierten Möglichkeiten bieten. Um einen Anfang zu machen sind entgegen den allgemeinen Vorstellungen nicht einmal "riesen" Beträge nötig.
    Wir sehen wie wichtig die Qualitätsstandards, die wir von unseren Leistungspartnern dann bei Fundraising/CSR fordern, sind.
    Schablonen und Standards sind sicher “hilfreich” jedoch für eine kundenorientierte und individuelle Beratung oft nur für die Aufwandsminderung des Beraters gut – nicht für das qualitative Ergebnis der Beratung.
    Wer mehr zu unserer Arte der Beratung, zur Gründung seiner eigenen Stiftung wissen und auch auf die Kompetenzen unserer Leistungspartner u.a. im CSR zurückgreifen will, kann sich gerne informieren unter: www.auctoris.de

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Wow! Super Inhalte, arbeite mich grade durch die ganzen Teile zur Kundenakquise durch. Kann man definitiv eine Menge für sich mitnehmen....

AkquisenMatze AkquisenMatze 15. Juni, 2017 |

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