Jul10

De-Mail – was ist das überhaupt und braucht man das?

Martin Marotz über die DE-MailIn der letzten Zeit bekomme ich immer wieder Anrufe von Providern, z. B. von 1 + 1, die mir die Wichtigkeit und die Vorteile der s. g. De-Mail schildern und mir raten, eine solche unbedingt schnell zu sichern. Grund genug für mich, mir das Thema De-Mail einmal vorzunehmen und vor allem zu checken, was das eigentlich ist, wie wichtig eine De-Mail-Adresse tatsächlich ist und welche Vorteile diese möglicherweise hat.

Die De-Mail-Grundlage hat der Bundesrat hat am 07.06.13 gelegt, indem er den Gesetzentwurf zur Förderung der elektronischen Verwaltung abgesegnet hat. Dass dieses Gesetz nicht unumstritten ist, möchte ich hier nur erwähnen, aber irgendwie ist das ja oft so. Die einen finden’s gut und nennen es einen echten Meilenstein, die anderen eben nicht und warnen davor.

Auf jeden Fall zielt das neue Gesetz darauf ab, durch den Abbau bundesrechtlicher Hindernisse die elektronische Kommunikation sowohl zwischen Bürgern und Verwaltung als auch zwischen den öffentlichen Institutionen zu erleichtern. Bund, Ländern und Kommunen soll es ermöglicht werden, einfachere, nutzerfreundlichere und effizientere elektronische Verwaltungsdienste anzubieten. Das wäre meiner Meinung nach tatsächlich ein Schritt in die richtige Richtung.

Warum De-Mail?

Mit De-Mail lassen sich Nachrichten und Dokumente sicher, vertraulich, nachweisbar und einfach über das Internet versenden und empfangen. Der elektronische Versand spart Zeit, Geld und Ressourcen. Zwar ist der Versand einer De-Mail wie auch der Versand eines Briefs kostenpflichtig. De-Mail wird aber deutlich preisgünstiger als ein herkömmlicher Brief sein. Außerdem reduziert sich der Aufwand für Druck und den Gang zum Briefkasten. Mit De-Mail sind Sie außerdem unabhängig von Öffnungszeiten, Leerzeiten von Briefkästen und Transportzeiten, die beim Versand und dem Empfang per Post entstehen. Quelle: Telekom-Homepage

Wie sieht die De-Mail-Adresse aus?

Grundsätzlich haben alle De-Mail-Adressen die Domain-Endung „de-mail.de“. Es wird aber zwischen Privatpersonen und Unternehmen unterschieden.

Bei Privatpersonen wird die De-Mail-Adresse direkt von Vor- und Nachnamen abgeleitet. Diese gesetzliche Vorgabe dient der sicheren Identifikation des Teilnehmers. Wenn ich eine De-Mail-Adresse beispielsweise bei der Telekom hätte, dann würde diese Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! lauten, bei GMX Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! usw.

Die De-Mail für Unternehmen ist analog zu deren jetziger Domain aufgebaut. Aus „Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!“ wird dann „Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!“. Für Mitarbeiter lassen sich weitere Subdomains einrichten. Diese sind dann nach dem Schema der Privatpersonen aufgebaut, also Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

De-Mail-Adressen müssen übrigens eindeutig sein und dürfen nicht mehrfach existieren. Verpflichtend für Privatpersonen ist, dass der vollständige Nachname enthalten sein muss. Sollte dieser bereits registriert sein, muss die De-Mail Adresse durch weitere Vornamen oder Teile davon ergänzt werden.

Wie erfahre ich, wer eine De-Mail-Adresse hat?

Erstens können die Inhaber einer De-Mail-Adresse diese selbst kommunizieren und zweitens wird es ein Verzeichnis für alle Inhaber von De-Mail-Konten geben. Dort können sich alle Nutzer mit den von ihnen ausgewählten Daten registrieren lassen. So lässt sich über die Suche nach einem bestimmten Namen die zugehörige De-Mail-Adresse finden. Allerdings ist die Veröffentlichung im De-Mail-Verzeichnisdienst für die Nutzer freiwillig.

Welche Kosten entstehen?

Bislang ist noch unklar, wie der Betrieb des Dienstes langfristig finanziert wird. Der Gesetzentwurf weist für Unternehmen auf das Einsparpotenzial durch Wegfall des Briefportos hin und erwartet, dass der Versand von Nachrichten für den Bürger portofrei ist. Möglicherweise wird der Dienst um eine elektronische Frankierung („e-Porto“) ergänzt.

Aktuell bietet die Telekom den De-Mail-Dienst für Privatpersonen bis Ende 2013 kostenlos an. Für Geschäftskunden gibt es unterschiedliche Tarife. Der Einsiegstarif De-Mail Basic beinhaltet 3 De-Mails/Monat und ist bis Ende des Jahres 2013 kostenfrei. Es fällt allerdings eine einmalige Einrichtungsgebühr in Höhe von € 9,96 an. Grundsätzlich ist eine De-Mail aber nicht kostenlos, sondern kostet, abhängig von Anbieter und der Datenmenge, zwischen 30 bis 55 Cent.

Für wen macht De-Mail Sinn?

Die Nutzung von De-Mail ist meiner Meinung nach immer dann sinnvoll, wenn sichergestellt werden soll, dass Inhalte nicht mitgelesen werden können, dass die Identität der Kommunikationspartner eindeutig ist und der Eingang von Nachrichten beim Empfänger nachweisbar ist. Das kann also für Behörden, Ärzte und Labore, die vertrauliche Informationen austauschen müssen oder für Rechtsanwälte und Steuerberater die Fristen einzuhalten haben, durchaus sinnvoll sein. Für alle anderen und für private Zwecke ist die De-Mail wegen der Kosten und der vorhandenen Alternativen eher uninteressant.

Mein Fazit

So wie es im Moment aussieht, wird die De-Mail eher ein Thema für einen eng begrenzten Nutzerkreis werden, aber voraussichtlich nicht für die breite Masse. Es mangelt einfach an der Akzeptanz.

Da allerdings nicht absehbar ist, wie es mit der De-Mail weitergeht und welche konkreten gesetzlichen Vorgaben noch kommen werden, kann es durchaus sinnvoll sein, sich frühzeitig um eine De-Mail-Adresse mit dem eigenen Namen zu kümmern.

Sicher ist sicher!

Geschrieben von Martin Marotz, Kategorie Unternehmensführung, Marketing

Über den Autor

Martin Marotz

Martin Marotz

Martin Marotz ist Gründer und geschäftsführender Gesellschafter der modus_vm GmbH & Co. KG. Vor der Gründung von modus_vm war er über 15 Jahre als Werbe- und Marketingleiter in unterschiedlichen Unternehmen der Markenartikelindustrie tätig. Heute berät er bei modus_vm eine Vielzahl von mittelständischen Kunden in Marketingfragen mit immer neuen Ideen.

Martin Marotz wurde als erfahrener Unternehmensberater vom RKW (Rationalisierungs- und Innovationszentrum der deutschen Wirtschaft) zum Fachberater für Vertrieb, Marketing und Kommunikation berufen.

Im lokalen Umfeld engagiert sich Martin Marotz als Verantwortlicher für die Geschäftsstelle des VVF e.V., dem aktiven Handels- und Gewerbeverein in Stuttgart-Vaihingen.

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Letzter Kommentar

Bin erst letztens auf dein Projekt netzsieger.de gestoßen. Hast da was ganz schön großes aufgebaut, Respekt!

Julian Julian 03. März, 2017 |

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